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Die erste Erwähnung der Burg sind im Pfälzer Kopiallbuch B in drei
Urkunden aus den Jahren 1241 bis 1245 zu finden.
Aus den vorhanden Urkunden geht hervor, daß die Burg bereits vor 1240
bestanden haben muß. Die Bauzeit einer solchen Burg
hat etwa 5-7 Jahre betragen. Mit dem Bau ist sicherlich spätestens ums
Jahr 1230 begonnen worden, wenn wir nicht überhaupt
die Erbauung ins 12. Jahrhundert verlegen müssen.
Für eine Erbauung im 12. Jahrhundert spricht, daß viele andere
Burgen der näheren Umgebung um diese Zeit entstanden sind.
Schon bald nach der Erbauung der Starkenburg ( 1065 ) ist Burg Lindenfels
bezeugt ( 1077-88 wurde die Slirburc = Burg über
Schlierbach dem Abt Winither entfremdet, muß demnach unter Abt Ulrich
vor 1075 erbaut worden sein). 1111 muß Abt Benno
die Windeck bei Weinheim schleifen lassen, die Abt Diemo 1130 von neuem
aufbauen darf. Unter diesen Umständen wäre es durchaus
möglich, daß die Burg Bickenbach unter dem Schutz des Mainzer
Erzbischofs schon 1130 erbaut war.
Gegen eine Erbauung um 1130 spricht, daß benachbarte Burgen auch erst
in der Mitte des 13. Jahrhunderts zum erstenmal genannt
sind und nicht lange vorher erbaut sein dürften: Frankenstein 1252,
Tannenburg 1239, Auerbacher Schloß 1257. Grund zur Erbauung
dieser Burgen könnte die um 1232 ausgebrochene, überaus heftige
mainzischpfälzische Fehde über die Vogteirechte an der ehemaligen
Reichsabtei Lorsch gewesen sein, die zum Nachteil des Erzbischofs von
Mainz ausschlug. Es ist wahrscheinlich, daß damals die Pfälzer
die Wasserburg am Weilerhügel eingenommen und verbrannt haben, da die
Herren von Bickenbach Vasallen des Erzstiftes waren.
Es blieb den Herren von Bickenbach keine andere Wahl, als eine sichere,
uneinnehmbare Höhenburg zu errichten. Da Seeheim damals
nicht mehr zu ihrer Herrschaft gehörte, konnten sie nur bei Alsbach
einen geeigneten Platz ausfindig machen. Der Grundriß,
der frühesten Burganlage (Kernburg) hatte die Form eines unregelmäßigen
Dreiecks. Nach Südwesten war die Mauer am stärksten (Angriffsseite).
Die beinahe 50 m lange Schildmauer, durch die man heute noch in den
inneren Burghof eintritt, war 2,20 m stark. Dicht dahinter stand
der hohe runde Bergfried, der sich bis in unsere Zeit erhalten hat. Das
ehemalige Eingangstor, bekrönt von einem Torturm, befand sich
ostwärts des Bergfriedes in der Südostecke des Schloßhofes. Das
Wohngebäude, der Palas, war an die nordwestliche Ringmauer angelehnt,
mit den Fenstern nach Südosten. Innerhalb der Kernburg hatte auch die
Kapelle ihren Platz, nur ist ihr genauer Standort nicht mehr auszumachen.
Der Bergfried hat eine Mauerstärke von etwa 4 Metern. Vermutlich war er
anfangs schwächer und wurde erst nach der Erfindung der Geschütze
kurz vor 1400 auf diese Stärke gebracht. Es ist noch nicht festgestellt,
ob man den alten Turm einfach mit einem "Mantel" umgab, oder ob
man den alten Bergfried abriß und von Grund aus neu erbaute. Von unten
war der Turm nicht zugänglich. Erst in Höhe des ersten Stockwerks,
vom Übergang aus, konnte man in den Turm gelangen. Wie überall barg
auch er das Verlies.
An den Palas schlossen sich die Wohngebäude für das Personal, die
Wirtschaftsgebäude und Stallungen an. Ob ein Brunnen - wie auf
dem Auerbacher Schloß bestand, ist unbekannt. Eine Zisterne zum
Auffangen des Regenwassers war gewiß vorhanden.
Anfangs lief um die Mauer ein 5-7 m breiter Graben. Er entfiel, als man
noch im 13. Jahrhundert die Kernburg mit einem Zwinger umgab.
Diese vorgeschobene Mauer sollte dem Angreifer das Leben schwerer machen.